Antworten auf häufige Fragen von Ärzten & Patienten

zur elektronischen Patientenakte (ePA)

Hier beantworten wir Ihnen häufige Fragen und verweisen auf weiterführende Informationsquellen zur ePA. Ihre Frage ist noch nicht dabei?
Dann schreiben Sie uns hier.

 

Patient: „Was muss ich tun, um eine elektronische Patientenakte (ePA) zu erhalten?“

Wenn Sie bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, haben Sie ihr gegenüber seit 1. Januar 2021 einen Anspruch auf eine ePA. Um ihn zu nutzen, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Krankenkasse.

Ärztin: „Ab wann muss ich in meiner Praxis aktiv werden?“

Momentan läuft eine Einführungs- und Testphase. Der flächendeckende Rollout der ePA und damit die Anbindung der ca. 200.000 niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Krankenhäuser ist aktuell für das zweite Quartal 2021 vorgesehen. Zum 1. Juli 2021 sind Sie gesetzmäßig verpflichtet, sich mit Ihrer Praxis an die ePA anzubinden. Am besten bereiten Sie sich also schon jetzt darauf vor. Eine Möglichkeit hierfür ist die kostenfreie Online-Fortbildung der eHealth Academy zur elektronischen Patientenakte.

Patientin: „Wenn ich mich für die Akte entscheide, sehen dann alle meine Ärzte meine sämtlichen Gesundheitsdaten?“

Sie entscheiden, welche Dokumente Sie selbst und welche Ihre Ärzte in Ihre elektronische Patientenakte einstellen. Das heißt, besonders sensible Inhalte können Sie selbstverständlich weglassen – bzw. gezielt nur bestimmte Dateien in ihre Akte laden. Zudem bestimmen allein Sie selbst, welchen Ihrer Ärzte Sie Zugriff gewähren. Im Jahr 2021 legen Sie diesen Zugriff pauschal für a) alle von Ihnen selbst und b) alle mit Ihrer Zustimmung von Ärzten hochgeladenen Daten fest. Mit dem Start der ePA 2.0 zu Beginn des Jahres 2022 können Sie dann auch auf Ebene einzelner Dokumente bestimmen, wer darauf Zugriff hat und wer nicht (sog. feingranulares Rechtemanagement).

Arzt: „Welche Dokumente lade ich in meiner Praxis konkret in die elektronischen Patientenakten meiner Patienten hoch?“

Dies stimmen Sie mit dem jeweiligen Patienten bzw. der Patientin im Einzelfall ab. Auch zum Start der ePA gilt, dass jeweils nur Dokumente aus dem aktuellen Behandlungszusammenhang neu in der Akte abgespeichert werden – also nicht etwa „sämtliche“ möglicherweise über Jahre im lokalen PVS gespeicherten Behandlungsdaten und Dateien.

Patient: „Ich bin privat krankenversichert. Kann ich die ePA ebenfalls nutzen?“

Seit dem 1. Januar 2021 können zunächst gesetzlich Versicherte bei ihren Krankenkassen einen Zugang zu ihrer elektronischen Patientenakte erhalten. Zum Start der ePA sind die privaten Krankenkassen noch nicht beteiligt. Aus heutiger Sicht werden privat Versicherte frühestens zum 01.01.2022 eine eigene elektronische Patientenakte nutzen können. Hierfür sind mehrere Schritte notwendig, u.a. müssen die PKVs technisch an die Telematikinfrastruktur angebunden werden. Ob die ePA dann von allen oder nur einigen der privaten Kassen angeboten werden wird, lässt sich noch nicht mit Gewissheit sagen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung ist seit 2020 neu als Gesellschafter der gematik GmbH hinzugekommen. Damit wurde eine wichtige Grundlage für die künftige Einbindung und Mitwirkung der privaten Krankenkassen bei der Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur und deren künftige Nutzung für alle Versicherten hierzulande geschaffen.

Arzt: „Ich arbeite in einer Klinik. Ist die elektronische Patientenakte für mich dann überhaupt relevant?“

Ja, selbstverständlich, auch für die Behandlung in Krankenhäusern wird die ePA eine Rolle spielen. Es ist davon auszugehen, dass – sofern der/die Behandelte dies wünscht – bei der Aufnahme relevante Dokumente aus seiner elektronischen Patientenakte in das jeweilige Klinikinformationssystem (KIS) übernommen werden und im Rahmen des Entlassmanagements künftig – wiederum bei Zustimmung durch die Patientin bzw. den Patienten – ausgewählte Dokumente aus dem KIS in die persönliche ePA übertragen werden. Damit ist sichergestellt, dass bei einer ambulanten Folgebehandlung nach der Entlassung relevante Unterlagen ohne zeitliche Verzögerung vorliegen können. 

Patientin: „Wo finde ich weitere Informationen rund um die ePA?“

Als Patientin oder Patient ist zunächst Ihre gesetzliche Krankenkasse Ihr erster Ansprechpartner hierzu. Weiterführende Informationen finden Sie auf deren Website oder zum Beispiel auch hier:

Ärztin: „Und wo kann ich mich weiter informieren?“

Ärztinnen und Ärzte erhalten u.a. hier, aber auch in den medizinischen Fachmedien, bei der gematik (s.o.) sowie ihren Kammern weiterführende Informationen: